Jede darf mal, von acht bis dreißig!

Damit ist mal nicht eine Altersgruppe gemeint, also wir grenzen hier niemanden aus. Nein, das sind die Durchmesser der Formate, die mit den Generationen der Player für die CD-Video und LaserDisc ab Ende 1987 abgespielt werden konnten. Also, es ist die 3"-CD (8cm), die Audio-CD und die CD-Video (12cm), die LD-EP (20cm) und die LD-LP (30cm).
Die Welt ist eine Scheibe und das haben sich offensichtlich die Entwickler als Vorbild genommen, um das zu erreichen, was bei den Tönen ja schon funktioniert hatte. Die Scheibe als Speichermedium zu verwenden, um auch bewegte Bilder zu speichern. Und so entstand eine Welt von silberfarbenen und zeitweilig goldfarben getönten Scheiben, die zwar einerseits an die bekannten Vinyl-Schallplatten erinnerten, aber eben das "Besondere" hatten.
 
 
Hier kommen die silbernen und goldenen Scheiben von der Bildplatte bis zur LaserDisc die eine zeitweilige Bedeutung auch bei den Heimkinofans hatten. Im Gegensatz zu Asien und den USA waren alle Versuche einer breiten Marktdurchdringung in Europa nicht erfolgreich. Lediglich in Frankreich und England konnte sich die große Silberdisc in einer interessanten Marktnische behaupten.
Allerdings gab es einen Bereich, wo man durchaus erfolgreich war, aber dieser Erfolg machte sich an einem Firmennamen fest: Pioneer! Zeitweilig waren die in Asien so beliebten Karaoke-Veranstaltungen auch in Europa der letzte Schrei und in den Discos und den einschlägigen Veranstaltungsräumen konnte ein neuer Gesangsstar beweisen, was er/sie so konnte. In den meisten Fällen allerdings zur allgemeinen Belustigung der anwesenden Mitmenschen.
 

 

Von der Bildplatte und LaserVision bis zur CD-Video und LaserDisc

 
Ursprünglich war sie silberfarben, die Bildplatte und die LaserVison. Die Basisentwicklungen hierzu kamen aus den USA von MCA und aus den Niederlanden von Philips. Der Begriff LaserDisc war ja für Pioneer geschützt.  
Der Inhalt kommt noch...  
 
 

 

Die Welt der goldenen Scheiben

11. März 1987 - Pressekonferenz in Amsterdam
Es ist soweit, Philips stellte auf einer aufwändig vorbereiteten Pressekonferenz in Amsterdam die CD-Video vor.
Mit dabei war die PolyGram als Software-Tochter und die pdo als Hersteller der neuen goldenen Scheiben. Auf der Pressekonferenz war es insbesondere die CD-Video im vertrauten 12cm-Format der Compact Disc. Ziel war es, die Hits der Lieblingskünstler nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen zum Leben zu erwecken.
Die größeren Formate mit 20cm und 30cm Durchmesser sollten für Musikkonzerte und insbesondere Filme genutzt werden. Und somit die bekannte LaserDisc in die Familie der Compact Disc eingebunden werden.
Ausgewählte Vertreter der Presse erhielten auch erste Muster der kleinen goldenen Scheibe, um im Vorwege zum geplanten Markteinführungstermin zur Messe IFA in Berlin in 1987 den Markt und somit den interessierten Kunden durch entsprechende Berichterstattung auf dieses Format vorzubereiten.
 
28.08.-06.09.1987 - Internationale Funkausstellung Berlin
Die Überraschung ist gelungen, der "Himmel" der Eingangshalle 19 zur Messe am Funkturm hängt voller Scheiben. Die Besucher sind beeindruckt von dem funkeln und glitzern und genau hier wird sie auch vorgestellt: Die CD-Video.
Neben Einzelpräsentationen mit dem neuen Playern von Philips und Pioneer werden an der riesigen Vidiwall (Großbild-TV mit Split-Screen) die vielfältigen Möglichkeiten immer wieder durch Film- und Musikbeispielen ergänzt.
Die neuen Universalplayer können die CD und die neue CDV im Format 5", 8" und 12" abspielen. Und alle drei Größen bieten den digitalen Ton und kommen in goldfarbener Ausführung auf den Markt. Allerdings standen zur Messe nur für die kleine CD-Video auch entsprechend goldfarbene Exemplare zur Verfügung. Die Vorführmuster der 20cm und 30cm CD-Video waren noch in silberfarben.
Auf der Messe IFA wurde noch angekündigt, die allgemeine Markteinführung der CD-Video zum Weihnachtsgeschäft 1987 zu starten. Doch es kam anders, weil sich zum Start der Serienfertigung der goldenen Scheiben technische Probleme ergaben, die als "Laser-rot" beschrieben wurden. Und so wurde entschieden, den Starttermin erst einmal zu vertagen. Also wurden die vorhandenen ersten Muster zu Displays und anderen Werbematerialien verarbeitet.
 
Ab Ende August 1988...
Und dann war es endlich soweit, das goldene Zeitalter konnte beginnen. Die Produktions-Probleme waren behoben und insbesondere war es wieder Philips mit seinen Gesellschaften PolyGram und pdo, die zunächst die Marktversorgung übernahmen. Aber auch Warner, VCL (auch mit dem Pioneer-Lizenzprogramm), Twentieth Century Fox und Sony Pictures (seinerzeit noch Columbia TriStar) sorgten insbesondere bei dem Angebot der großen Scheiben mit Musik- und Filminhalten für Nachschub. Und bei den CDV-Playern war es neben Philips insbesondere Sony und Pioneer und in der Folge zunächst auch einige OEM-Partner, die für die erforderliche Hardware sorgten.
Das goldfarben eingefärbte Polycarbonat der CD-Video mit 12cm wirkte optisch zwar sehr edel, reichte aber nicht, um eine neue Marktnische entstehen zu lassen. Nur wenige Titel wurden zu Bestsellern. Nur ein Musiktitel als Video mit bis zu 6 Minuten war etwas wenig und ständig zum Player laufen und den nächsten CDV-Titel einzulegen, war doch etwas lästig. Oft entschädigte da nur der Audioteil mit bis zu 20 Minuten Spielzeit. Filmliebhaber dagegen hatten endlich eine Alternative zu den qualitativ doch grauslichen VHS-Bändern.

Angaben  CDV-Sgl CDV-EP CDV-LP
Durchmesser der CD-Video ø  12cm/5" 20cm/8" 30cm/12"
Anzahl nutzbarer Seiten  1 2 2
Maximal-Spielzeit Audio  20 Min. - -
Maximal-Spielzeit Video  6 Min. 2x20 Min. 2x60 Min.
Abspielbarkeit auf einem CD-Player  nur der Audioteil nein nein
Abspielbarkeit auf einem CDV-Kombiplayer  ja ja ja
Eine kleine Anmerkung zu der CDV-Single: Die Maximalkapazität von 6 Minuten Video gelten nur für die NTSC-Variante. Durch die größere Umdrehungsgeschwindigkeit bei der PAL-Version sind dort maximal 5 Minuten Video möglich.
 
 
Zum Start waren die internationalen Märkte aufgeteilt auf die TV-Formate PAL und NTSC. Und so gab es in den Ländern auch nur Player, die das jeweilige Format abspielen konnten. Das änderte sich, als in Europa die CD-Video insgesamt nicht den Erfolg hatte, den man eigentlich erwartet hatte, obwohl die Filme eine Qualität boten, die mit den üblichen VHS-Formaten nicht erreichbar waren. Der Nachteil war allerdings, eigene Aufnahmen waren nicht möglich und daher konnte die CD-Video keinen Massenmarkt erreichen. Daher startete insbesondere Pioneer mit den ersten Multinorm-CDV-Playern und damit war der Zugriff auf den weltweiten Markt von Filmen und Musik gegeben, was dann doch eine Marktnische ermöglichte.

Auch der allgemeine Begriff CD-Video wurde auf die Version im CD-Format eingeschränkt und die die EP und LP wurden mit dem Logo der LaserDisc vermarktet, das Pioneer bereits vorher verwendet hatte. Nun ja, das ist verständlich, denn mit 20cm bzw. 30cm Durchmesser waren die Disc nun wirklich nicht mehr so kompakt.

Es gab aber auch Fälle, wo die Verwendung des Logos der LaserDisc nicht ganz passte, wie dieses Beispiel einer internen Disc der BMG für Monti Lüftner zeigt. Diese Disc von 1991 wurde als Audio-CD und als CD-Video hergestellt und trägt in der Version der CDV das Logo der LaserDisc.

Als dann mit Dolby AC-3 das erste echte Raumklangverfahren verfügbar war, wurde für Europa auf einen kleinen Trick zurückgegriffen, um dieses Signal dort auch nutzen zu können. Denn eigentlich wäre auf der LaserDisc kein Platz mehr für dieses Surround-Signal gewesen, da die PAL-Version durch die schnellere Umdrehungsgeschwindigkeit (PAL-Speedup) bei gleicher Filmlänge mehr Platz auf der Disc benötigten, als die NTSC-Version.
Die Lösung war dann, diese Disc als NTSC-Platte herzustellen mit deutscher Sprache und dabei die bisher auf Original-NTSC-Disc noch vorhandenen Platz für den alten analogen Ton mitzuverwenden. Und da in Europa zwischenzeitlich nur Multinorm-Player im Markt waren, konnten dann auch die Disc ohne Probleme abgespielt werden.
Allerdings wurden von diesen LaserDisc mit dem Tonformat AC-3 nur sehr wenige Titel hergestellt. Und es war ja auch eine Technologie erforderlich, die diesen Ton dann im heimischen Equipment verarbeiten konnte.
Und ja, auch DTS hatte Versuche gemacht, die LaserDisc mit einem echten mehrkanaligem 5.1-Ton auszustatten. Hier war es der Filmtitel "Schlafes Bruder", der mit diesem Tonformat ausgestattet wurde. Diese besondere Version ist allerdings nicht vermarktet worden und so existieren hiervon auch nur wenige Exemplare. Dem CD-Museum liegt ein Belegstück vor.
 
Mit der LaserDisc entstand dann auch ein neues Thema, das auch hier in Europa nennenswerte Bedeutung erlangte. Das Stichwort heißt Karaoke, ein aus dem asiatischen Raum übernommenes Spektakel, dass insbesondere in den Diskotheken eine Rolle spielte. Man suchte sich aus dem Titelkatalog einen Titel aus und versuchte diesen Titel vor dem johlenden Publikum möglichst gut vorzutragen. Nur wenige schafften es bis zum Star des Abends, in der Regel war es grottenschlecht und das war dann auch der Spaß, den das Publikum dabei hatte.
  
Das Ende der CD-Video und auch letztlich der LaserDisc war dann erst mit der Einführung der DVD-Video gegeben, die ja 1997 mit den ersten Modellen der Player in den Markt kam, aber erst mit entsprechender Software 1998 verfügbar war.
Die letzte Herstellung einer LaserDisc war dann im Jahre 2001 und wie sollte es anders sein, in dem schon immer den technischen Themen sehr aufgeschlossenen Japan.
 

 

Um die Wartezeit zu verkürzen...

Es wird noch etwas andauern, bis alle Inhalte zu dieser Rubrik aufbereitet und hier präsentiert werden können. Um die Zeit bis dahin zumindest etwas optisch freundlicher zu gestalten, haben wir nachstehend einige Beispiele aus der Kategorie schon mal als kleiner "eye-catcher" hier bereitgestellt.
Es sind weitestgehend Beispiele, die nicht im normalen Handel zu kaufen waren und die auch nur zu Versuchszwecken in der Entwicklungsphase und zu Promotionzwecken hergestellt wurden. Einige Beispiele werden aber auch im Zusammenhang mit den später vermarkteten Versionen vorgestellt.
 
Die hier gezeigten Beispiele sind einige von vielen Mustern, die dem CD-Museum vorliegen.
(Die Rechte an den Logos und firmenbezogenen Abbildungen liegen bei den jeweiligen Lizenzinhabern)
 
Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Inhalte werden mit der Zeit ergänzt!

 
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